1. Ausreichende Kontaktmöglichkeiten zu beiden Eltern
Kinder brauchen die verlässliche Gewissheit, dass sie ihre Beziehung zu Vater und Mutter weiterhin unbeschwert leben können.
Keine Blockaden: Das Kind spürt, vom betreuenden Elternteil nicht gehindert zu werden.
Keine Ablehnung: Es erfährt, vom weggezogenen Elternteil nicht zurückgestoßen zu werden.
Emotionale Sicherheit: Das tiefe Gefühl: "Sie haben mich nicht verlassen."
Realistische Vorbilder: Entwicklung eines gesunden Bildes beider Eltern – ohne Idealisierung oder Verteufelung.
2. Eine kooperative, konfliktarme Zusammenarbeit der Eltern
Auch wenn die Paarbeziehung endet, bleibt die Elternbeziehung bestehen.
Sprachlosigkeit überwinden: Wiederherstellung einer direkten und sachlichen Kommunikation über alle Fragen, die das Kind betreffen.
Kindzentrierter Fokus: Aktives und verständnisvolles Eingehen auf die Sorgen und Probleme der Kinder.
3. Minimale Veränderungen in der Lebenswelt
Stabilität im Alltag gibt Kindern Halt, wenn sich die Familie neu ordnet.
Ortswechsel minimieren: Umzüge nach Möglichkeit vermeiden oder zeitlich verschieben.
Kontinuität wahren: Wechsel von Kindergarten oder Schule möglichst vermeiden.
4. Ein verlässliches soziales Beziehungsnetz
Eltern müssen die Last nicht alleine tragen – Unterstützung stärkt die gesamte Familie.
Beide Familienseiten einbinden: Großeltern und Verwandte beider Elternteile aktiv im Leben der Kinder halten.
Soziales Umfeld pflegen: Nachbarschaft, Freundeskreise, Vereine und Gemeinschaften als stützendes Netzwerk nutzen.
5. Ein demokratischer Erziehungsstil beider Eltern
Kinder brauchen Orientierung, Liebe und klare Strukturen.
Erziehungsfähigkeit festigen: Wiederherstellung von Sicherheit im täglichen Erziehungshandeln.
Zugewandtes Verhalten: Verständnisvolles, liebevolles Eingehen auf die Bedürfnisse des Kindes.
Präsenz: Emotionale und reale Verfügbarkeit beider Elternteile.
Klare Grenzen: Regeln und Grenzen nachvollziehbar erklären, aber nicht aus Verlustangst oder Schuldgefühlen vermeiden.
Passende Erwartungen: Altersgemäße Anforderungen an die Kinder stellen.
Die Dipl.-Psychologin und Familientherapeutin Ursula Kodjoe hat in ihrem Vortrag zusammengestellt, welche Faktoren Kindern dabei helfen, eine Scheidung emotional stabil und gesund zu überstehen:
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